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Darum war der Holunder früher eine heilige Pflanze

Holunderbeeren auf altem Buch zum Thema Darum war der Holunder früher eine heilige Pflanze

Heilig und heilend – Holunder im Volksglauben und in der Hausapotheke

Der Holunder ist eine Pflanze, die seit jeher Faszination und Ehrfurcht hervorruft und von unseren Vorfahren sogar als heilig verehrt wurde. Es gibt unzählige Mythen und Legenden, die sich um die heilenden und magischen Eigenschaften des Hollerbuschs sowie seine Rolle als Beschützer von Haus und Hof und Symbol für Fruchtbarkeit ranken. In diesem Artikel nehmen wir Sie mit auf eine kurze Reise durch die Geschichte des Holunders, bei der wir dem Ursprung für seine Verehrung auf den Grund gehen möchten.

Holunder: Schon in früheren Kulturen ein wichtiger Beschützer und Glücksbringer

Schon in der keltischen Kultur galt der Holunderstrauch aufgrund seiner heilenden und schützenden Eigenschaften als heilig. Für das tief mit der Natur verbundene Volk verkörperte der Holunderbusch den Kreislauf des ewigen Lebens mit Tod und Wiedergeburt. Die Kelten glaubten zudem, dass der Strauch magische Kräfte besitzt, und nutzten ihn, um böse Geister und Hexerei abzuwehren. Eine beliebte Tradition war es damals, einen Busch als Schutzbaum in der Nähe von Häusern und Gehöften zu pflanzen. Er sollte die Bewohner vor Unglück und Krankheit behüten, der Gemeinschaft eine reichhaltige Ernte bescheren und Glück verbreiten.

Neben den Kelten verehrten auch die Germanen den Holunder als heilig. Sie nahmen an, dass Göttin Holda (auch als Holle, Hulda oder Frau Holle bekannt) in dem Busch wohnt, woher er auch seinen Namen Hollerbusch (oder Holderbusch) hat. Deshalb pflanzten sie – genau wie schon die Kelten – einen Holunderbusch in der Nähe ihrer Höfe und Häuser an, um so Mensch und Tier vor Ungemach zu schützen und für Fruchtbarkeit zu sorgen. Um Göttin Holda günstig zu stimmen, opferten die Germanen dem Holunder Lebensmittel wie Brot, Bier und Milch und legten kleine persönliche Gegenstände unter den Busch. Einen Holunder zu beschädigen oder zu fällen, war streng verboten.

Mögliche Gründe, warum der Holunderbusch als heilig verehrt wurde, finden sich unter anderem in der Bibel:

  • Die Wiege, in der das Jesuskind geschlummert hat, war angeblich aus Holunderholz gefertigt.
  • Das Kreuz, an dem Jesus gekreuzigt wurde, soll ebenfalls aus Holunderholz bestanden haben.
  • Judas soll sich nach dem Verrat an Jesus an einem Holunderbaum aufgehängt haben.

Übrigens: Sowohl in der keltischen als auch in der germanischen Volksmedizin dienten die Blüten und Beeren des Holunders als Heilmittel bei Fieber, Erkältungen und anderen Beschwerden. Auch in der Küche wurde der Holunder für die Herstellung von Saft, Wein und Marmeladen genutzt.

Holunder: Auch heute noch Bestandteil vieler Feste, Rituale und Traditionen

Bis heute ist der Holunder in vielen Teilen Europas von großer kultureller und spiritueller Bedeutung und kommt bei verschiedenen Anlässen und Ritualen zum Einsatz. In der Walpurgisnacht (vom 30. April auf den 1. Mai) soll beispielsweise ein über der Tür aufgehängter Holunderzweig Hexen abwehren und ihre Zaubersprüche unschädlich machen. In einigen nordischen Regionen soll zudem das Berühren des Holunders werdende Mütter vor Komplikationen schützen. Auch wenn der Holunder heute nicht mehr als „heilig“ verehrt wird, erfährt er aufgrund seiner heilenden Eigenschaften und vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten in der Küche große Wertschätzung und gilt zurecht als Geschenk der Natur.
Cornelia Titzmann

Cornelia Titzmann

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